Tägliches Evangelium

17. Juni 2021 : Donnerstag der 11. Woche im Jahreskreis
Hl. Adam Hilarius Albert Chmielowski
Zweiter Brief des Apostels Paulus an die Korinther 11,1-11.

Brüder! Lasst euch doch ein wenig Unverstand von mir gefallen! Aber das tut ihr ja.
Denn ich liebe euch mit der Eifersucht Gottes; ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen.
Ich fürchte aber, wie die Schlange einst durch ihre Falschheit Eva täuschte, könntet auch ihr in euren Gedanken von der aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abkommen.
Ihr nehmt es ja offenbar hin, wenn irgendeiner daherkommt und einen anderen Jesus verkündigt, als wir verkündigt haben, wenn ihr einen anderen Geist empfangt, als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr angenommen habt.
Ich denke doch, ich stehe den Überaposteln keineswegs nach.
Im Reden mag ich ein Stümper sein, aber nicht in der Erkenntnis; wir haben sie euch in keiner Weise und in keinem Fall vorenthalten.
Oder habe ich einen Fehler gemacht, als ich, um euch zu erhöhen, mich selbst erniedrigte und euch das Evangelium Gottes verkündete, ohne etwas dafür zu nehmen?
Andere Gemeinden habe ich ausgeplündert und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können.
Aber als ich zu euch kam und in Schwierigkeiten geriet, bin ich niemand zur Last gefallen; was ich zu wenig hatte, ergänzten die Brüder, die aus Mazedonien kamen. Ich habe also darauf Wert gelegt, euch in keiner Weise zur Last zu fallen, und werde auch weiterhin darauf Wert legen.
So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist: diesen Ruhm wird mir im Gebiet von Achaia niemand nehmen.
Warum? Liebe ich euch etwa nicht? Gott weiß es.

ps 111(110),1-2.3-4.7-8.

Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen
im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
Groß sind die Werke des Herrn,
kostbar allen, die sich an ihnen freuen.

Er waltet in Hoheit und Pracht,
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,
der Herr ist gnädig und barmherzig.

Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig,
all seine Gebote sind verlässlich.
Sie stehen fest für immer und ewig,
geschaffen in Treue und Redlichkeit.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 6,7-15.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

„Dein Wille geschehe“

„Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.“ […] O mein Herr, wie sehr tröstet es mich, dass du die Erfüllung deines Willens nicht einem so armseligen Wollen wie dem meinen überlassen hast! […] Es stünde gar schön um mich, Herr, wenn es von mir abhängen würde, ob dein Wille erfüllt wird oder nicht! Ich schenke dir nun frei meinen Willen. Damit handle ich allerdings nicht uneigennützig; denn die Erfahrung hat mir reichlich gezeigt, welchen Gewinn es bringt, meinen Willen frei dem deinen zu überlassen. O meine Freundinnen, wieviel gewinnt man dadurch oder aber wieviel verlieren wir, wenn wir nicht erfüllen, was wir dem Herrn im Vaterunser sagen, und ihm nicht geben, was wir ihm anbieten! […]

Ich will euch also nun in Erinnerung rufen, worin sein Wille besteht. Ihr braucht nicht zu fürchten, es sei sein Wille, euch Reichtümer, Vergnügungen, Ehren oder all die irdischen Dinge zu geben. So wenig liebt er euch nicht! Was ihr ihm schenkt, schätzt er hoch und will es euch reichlich vergelten, indem er euch noch in diesem Leben sein Reich schenkt. […] Da seht ihr, Töchter, was er dem [Sohn] gab, den er am meisten liebte! Hieraus könnt ihr erkennen, was sein Wille ist. Dies also sind die Gaben, die er uns in dieser Welt schenkt. Sie entsprechen seiner Liebe zu uns: Denen, die er mehr liebt, schenkt er sie umso reichlicher, und denen, die er weniger liebt, gibt er weniger, je nach dem Mut, den er bei uns wahrnimmt, und der Liebe, die wir zu Seiner Majestät tragen. Er sieht, dass derjenige, der ihn sehr liebt, auch viel für ihn leiden kann; wer ihn jedoch nur wenig liebt, den erkennt er als wenig leidensfähig. Das Maß, ob jemand ein großes oder ein kleines Kreuz tragen kann, ist meines Erachtens die Liebe. […]

Alles, was ich euch in diesem Buch nahegelegt habe, zielt darauf hin, dass wir uns ganz dem Schöpfer schenken, unseren Willen dem seinen überlassen und uns von den Geschöpfen lösen. Ihr habt ja sicher schon verstanden, wie wichtig dies ist. Darum will ich nicht weiter darauf eingehen, sondern nun darüber sprechen, warum unser guter Meister diese Worte an dieser Stelle bringt. Er weiß, wieviel wir gewinnen, wenn wir seinem ewigen Vater diesen Dienst erweisen. Denn auf diese Weise bereiten wir uns vor, in sehr kurzer Zeit das Ziel des Weges zu erreichen und von dem lebendigen Wasser aus der Quelle zu trinken […]. Wenn wir unseren Willen nämlich nicht ganz dem Herrn überlassen, damit er in allem nach seinem Willen über uns verfügt, lässt er uns niemals daraus trinken.

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